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Köln pelzfrei 2005
Höllenlärm gegen Pelz in Köln
Drei Festnahmen nach Polizei-Provokationen - Stimmungsvolle Fackelmahnwache in Nettetal
Die Voraussetzungen für eine Groß-Demo waren nicht wirklich günstig im Köln des Jahres 2005. Heftige Regenfälle und niedrige Temperaturen hatten am Morgen der vierten Köln-pelzfrei-Demo am 1. Oktober viele Menschen aus Köln und Umgebung abgeschreckt, sich zum Heumarkt aufzuraffen, wo die Auftaktveranstaltung stattfand. Doch auch viele TierrechtlerInnen aus anderen Teilen Deutschlands scheuten die Anreise. Als Hauptgrund dürfte hier gelten, dass es in diesem Herbst - im Gegensatz zu den letzten Jahren - mehrere überregionale Demonstrationen gegen den Pelzhandel gab und die Kräfte sich naturgemäß etwas aufteilten. „Auch wenn dadurch etwas weniger Leute nach Köln gekommen sind, ist das natürlich eine hoch erfreuliche Entwicklung, dass überall in Deutschland Widerstand organisiert wird“, sagte Mit-Organisator Pit Meister, der mit den letztlich 250 TeilnehmerInnen zufrieden war. „Unter diesen Bedingungen war das ein hervorragendes Ergebnis. Die Menschen haben auch das Motto ‘Laut-lauter-Köln pelzfrei 2005’ ernst genommen und einen Höllenlärm gemacht. Wir hatten auch einige BesucherInnen aus England und Holland, wenn auch nicht so viele wie im letzten Jahr.“ Auch ihr Programm mussten die Kölner reduzieren. So gab es in diesem Jahr keine Party oder Konzert und keine zentrale Übernachtungsmöglichkeit.
Als kluge Maßnahme erwies sich die Entscheidung, am Samstag abend nach der Demo in Köln nach Nettetal zu fahren und dort erstmals in Form eines Fackelzugs gegen die Nerzfarm Scheuten zu protestieren. Die Demo in Köln wurde aus diesem Grund etwas verkürzt. In den letzten Jahren war bis zu vier Stunden lang durch die Stadt gezogen worden. Dieses Mal beschränkte man sich auf die zentral gelegenen Pelz- und Jagdgeschäfte. Zu Beginn musste ein Vertreter der tierbefreier e.V., die gemeinsam mit der Tierrechtsinitiative Köln die Demo organisiert hatten, die Auflagen der Polizei vorlesen. Diese sahen unter anderem vor, dass sich jeweils nur fünf DemonstrantInnen den Geschäften nähern durften, die anderen mussten einen großen „Sicherheitsabstand“ einhalten. An manchen Geschäften verweigerte die Polizei sogar den Sichtkontakt zum Eingang. Als Folge dieser unnötigen Maßnahmen stoppte ein Großteil der Demo vor anderen Tierausbeutungsgeschäften, bei denen es die Polizei nicht vermutete, etwa vor Leder- und Fleischgeschäften oder vor einem Reisebüro der Thomas-Cook-Gruppe, um dort gegen Tierversuche zu protestieren. Wenn es hier zu Rangeleien kam, dann waren diese also ganz klar durch die lächerlichen Auflagen der Polizei provoziert.
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